Gummersbach hat einen neuen Schützenkönig

“Ich bin so glücklich”, jubelte Horst Naumann auf den Armen seiner Kameraden nach dem 143. Schuss auf den Königsvogel an der Hermannsburg – er hatte ihn “runtergeholt”.

Mit seiner Ehefrau Monika, geb. Lurz, ist Horst V. der neue Schützenkönig in der Kreisstadt, und “es hat geklappt, auf dieses Jahr freue ich mich, das glaubst Du gar nicht”, jubelte er den Grünröcken zu.

Dabei war es ein heftiger Kampf um die Königsehre gewesen, denn über ein halbes Dutzend Mann hatte bis zum Schluss angelegt. So errang Rainer Raimund den linken Flügel, Götz Timmerbeil den linken Flügel und VfL-Vizevorsitzender Udo Schnell die Krone. Auch sein “Chef” Gerd Breidenbach hatte bis zum Ende draufgehalten.

Nachdem sich die Schützentruppe etwas verspätet zum Zug zur Hermannsburg aufgemacht hatte, hatte Vorsitzender Joachim Lölsdorf den ersten Schuss im Namen des Bundespräsidenten Johannes Rau und der Noch-König Martin III. aus dem Hause Potthoff den zweiten auf das große Tier abgegeben. “Horridoooh, jetzt fällt er!” scherzten einige schon da. Rund ein Dutzend Grünrocke legten sodann an, zunächst mit Kleinkaliber, dabei gingen 110 Schuss drauf. Dann wurde auf die dicken Königspatronen übergewechselt.

Und nach einem spannenden Finale hatte dann Horst Naumann den entscheidenden Treffer gelandet. Flugs wurde seine Monika herbeigeholt. “Na, biste zufrieden?” fragte der neue König sie. Ob er sie denn nicht erst mal fragen wolle, ob sie einverstanden sei, wollten die Schützenbrüder wissen, aber “die brauch’ ich nicht zu fragen”, entgegnete Horst V. lachend und voller Freude.

Nach ausgelassenen Tänzen schritten die Schützen alsdann zur Krönung vor den vielen Schützen und Gästen vor der Hermannsburg und Vorsitzender Lölsdorf ergriff das Mikrofon. “Der Königsvogel 2000 war etwas widerspenstig, aber Horst V. hat ihn erlegt, nach 110 Schuss Kleinkaliber und 33 Schuss mit der Königsmunition.” Dann musste Lösldorf aber noch “eine bittere Aufgabe” durchführen: “Martin, Du hast die Note 1A verdient”, lobte er den scheidenden König “und seine Bianca nicht minder”. Die Königskette müsse er ihm natürlich nehmen, aber vielleicht spende der Erinnerungsstern ja Trost. Er sei auch zugleich “die Eintrittskarte in den Club der Könige”.

Bericht von Oliver Mengedoht, Oberberg-Aktuell (19.6.2000)

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